Pomacea diffusa

Trivialnamen: Apfelschnecke

frühere Zuordnung: Pomacea bridgesii

Apfelschnecken gehörten bis November 2012 zu den beliebstesten Aquarienschnecken in Deutschland. Die großen farbenprächtigen Schnecken lebten in vielen Aquarien und kaum jemand hierzulande wäre auf die Idee gekommen, dass diese Schnecken eine pflanzengefährdende invasive Art sind.

Aus diesem Grund aber wurde die Einfuhr, der Handel, Weitergabe und Transport der gesamten Gattung innerhalb der EU im November 2012 verboten. Eine Schneckenart (Pomacea insularum) der Gattung hatte in Spanien schwere wirtschaftliche Schäden an Reisfeldern angerichtet. Dass dieses Verbot zumindest bei Pomacea diffusa keinerlei Sinn macht, da diese Art weder Pflanzen frisst noch sonst wie an Wirtschaftsschäden innerhalb der EU beteiligt ist (nach meinem Kenntnisstand) spielt nach wie vor keinerlei Rolle. In Deutschland ist das noch weniger sinnvoll, da Pomacea diffusa Temperaturen unter 15°C nicht überlebt. Ich weiß auch nichts darüber, dass diese Schneckenart innerhalb der EU als Invasionsart lebt. Mir erscheint es so, als ob die spanischen Reisbauern gute Verbindungen zur Politik haben. 2019 wurde die gesamte Gattung in die Liste der Unionsquarantäneschädlinge aufgenommen und seit dem ist auch die Haltung der Schnecken in der EU verboten. Im Juli 2021 wurde diese Verordnung durch das Pflanzenschutzgesetz in deutsches Recht umgesetzt. Damit ist die Haltung in Deutschland jetzt endgültig verboten. Alle Schlupflöcher für Privatpersonen sind geschlossen. Die EU-Verordnung war aber auch ohne deutsche Umsetzung auch bereits in Deutschland verbindlich. Entgegen vieler Internet-Aussagen, ist somit auch die Haltung dieser Schnecke in der EU verboten.

Bei diesem Verbot geht es nur um die Vermeidung “nicht hinnehmbarer wirtschaftliche, soziale oder ökologische Folgen”. Im Falle der Apfelschnecken also rein um wirtschaftliche Folgen für den Anbau einer nicht heimischen Pflanze. Die Ironie daran finde ich schon bemerkenswert.

Die Frage, warum ich hier trotzdem über die verbotenen Tiere schreibe, stellt sich natürlich. Zum einen weil ich zu manchen der Arten früher bereits Artikel gehabt habe und diese zu mindestens überarbeitet weiter veröffentlichen möchte.

Und etwaige Halter sollten natürlich wissen, dass sie diese Tiere nicht mehr halten dürfen und vor allem in keiner Weise abgegeben oder transportiert werden dürfen. Vor allem sollten etwaige Halter aber wissen, dass man das nicht öffentlich machen sollte. Neben der drohenden Strafe von bis zu 50.000€ ist wesentlich wichtiger, dass man damit signalisiert, dass man gesetzliche Vorgaben nicht respektiert und somit kein verantwortungsvoller Halter sein kann. Dies ist Wasser auf den Mühlen der Gegner jeglicher Tierhaltung. Im Interesse unseres Hobbys sollte man das vermeiden.

Im Falle der Apfelschnecken kommt noch hinzu, dass ich die kleine Hoffnung hege, dass dieses Verbot irgendwann zumindest für die Art diffusa doch wieder aufgehoben wird. Die Möglichkeit sieht die EU-Verordnung ausdrücklich vor. Leider passiert da jedoch zur Zeit nichts.

Aussehen

Diese Schnecken können richtige Oschies werden, wie man im Ruhrpott gern mal sagt. Durchmesser über 7cm sind durchaus mal drin. In der Regel bleiben sie allerdings etwas kleiner. Durch die verschiedenen Färbungen sind sie auch sehr auffällig und ziehen so die Blicke auf sich.

Haltung

Da die Schnecken für die Gehäusebildung die Karbonathärte im Wasser benötigen, sollten sie mindestens eine KH von 3, besser mehr haben. Der pH-Wert bei mir war damals 7,6. Damit kamen die Schnecken sehr gut zurecht, allerdings sollen sie diesbezüglich sehr tolerant sein. Die Temperatur lag bei mir bei ca. 23 bis 24°C.

Da die Schnecke recht groß wird und auch gern unterwegs ist, ist meiner Ansicht nach mindestens eine Grundfläche von 80*35cm notwendig. Dafür dürfen in ein solches Aquarium ruhig mehrere der Schnecken einziehen. Bis zu Sechs halte ich für problemlos möglich. Die Wasserhöhe sollte auch nicht zu gering gewählt werden. Vor allem aber sollte man oben ca. 5cm Rand oberhalb des Wassers haben. Dort legen die Schnecken dann ihre Gelege hin.

Als relativ wichtig würde ich eine Abdeckung ansehen, da die Schnecken halt auch gern mal außerhalb des Wassers unterwegs sind, vor allem bei der Suche nach einem geeigneten Gelegeplatz.

Ansonsten sind Apfelschnecken absolut genügsam und kommen auch mit den meisten Mitbewohnern gut zurecht. Nicht zu empfehlen sind größere Krebse und Großarmgarnelen. Zumindest der Schneckennachwuchs ist dann akut gefährdet. Allzu aufdringliche und neugierige Fische können auch hin und wieder schwierig sein. Wenn die Schnecke nicht mehr rauskommt aus ihrem Gehäuse, weil ihr immer in die Fühler gezwickt wird, wird sie das relativ schnell nicht überleben.

Zucht

Da die Tiere getrennt geschlechtlich sind, benötigt man für die Zucht mindestens zwei Schnecken. Anhand der Gehäusespitze sollen die Geschlechter zu unterscheiden sein. Ich bin mir da nie sicher gewesen.

Nach einer Paarung kriecht das Weibchen an die Wasseroberfläche und heftet dort Ei für Ei an eine Stelle oberhalb der Wasseroberfläche und bildet so ein tropfenförmiges Gelege. Die Färbung kann dabei weiß, grünlich oder pink sein. Ca. drei Wochen später schlüpfen die Schnecken und fallen oder gleiten ins Wasser.

Weiteres

Apfelschnecken auf Heimbiotop.de

Es findet sich auch ein Artikel in Heft 1 zur gelben Apfelschnecke