Kosten 300l Aquarium

Als Kontrast hier mal die Kostenaufstellung für ein 300 Liter Becken der gehobenen Kategorie, mit einer sehr umfangreichen Ausstattung und Technik. Hier wird schnell ersichtlich das dieses Hobby auch etwas teurer sein kann. Vor allem in der Anschaffung.

Anschaffung

  • Aquarium inkl. Unterschrank und Beleuchtung, Filteransaugkorb, Glasdurchbohrung
  • Filter
  • CO²-Anlage
  • Controller für Smart Steuerung
  • UV-Klärer
  • 2 Schnellkupplungen
  • Y-Verteiler Beleuchtung
  • CO²-Nachtabschaltung smart
  • Steckdosenleiste
  • Filterauslass
  • Osmoseanlage
  • Aufhärtesalz
  • Thermometer
  • Artemia-Zuchtstation
  • Artemia-Eier
  • 2 Eimer
  • Schlauch
  • Tauchpumpe
  • Soil
  • Weißer Kies sehr fein 10 kg.
  • Wurzeln
  • Steine
  • Tonhöhlen
  • Schere lang
  • Pinzette lang
  • Kescher groß
  • Kescher klein
  • Wasseraufbereiter
  • Dünger FE
  • Dünger NPK
  • Futter
  • Pflanzen
  • Bewohner
  • plus was mir nicht mehr eingefallen ist

Die Einzelpreise sind hierbei doch stark schwankend. Je nach Hersteller und Größe der einzelnen Bauteile sind hier schnell mal mehrere 100€ mehr oder weniger fällig. Ich verzichte daher hier auf die Auflistung der Einzelpreise. Aber auch ohne Bewohner ist man hier schnell deutlich über 2000€ oder 3000€. Nach oben ist da noch einiges an Spielraum. Für Aquascaper geht das gern auch deutlich höher.

Interessanter sind aber in der Regel die laufenden Kosten. Und bei so einer umfangreichen Ausstattung und der höheren Wassermenge sind die natürlich höher als im 54 Liter Beispiel.

Wasserkosten

Fangen wir wieder mit den Wasserkosten an. Für die erste Füllung zur Dichtigkeitsprüfung nehmen wir Leitungswasser. Bei meinem Becken sind das netto etwa 280 Liter gewesen.

Dann folgt die Einrichtung des Beckens und anschließend die erste echte Füllung. Hier ist jetzt schon entscheidend, ob ich komplett Osmosewasser verwende oder mit Leitungswasser verschneide. Ich habe 50/50 gemischt und das aufgrund des hohen Gehalts an Silikat in unserem Leitungswasser schnell bereut. Daher würde ich heute von Anfang an komplett auf Osmosewasser umstellen und aufsalzen. Bei meiner Osmoseanlage habe ich ein Reinwasser zu Abwasserverhältnis von ca. 1:1. Das bedeutet für jeden Liter Aquarienwasser benötige ich zwei Liter Leitungswasser. Auf mein Aquarium gerechnet liege ich dann bei ca. 500 Liter Leitungswasser für die erste Füllung.

Nehmen wir einen wöchentlichen Teilwasserwechsel von 25% an, kommen wöchentlich 125 Liter Leitungswasser hinzu.

Für die erste Füllung fallen somit ca. 780 Liter Wasser an.
Für die Wasserwechsel fallen dann jährlich 6500 Liter Wasser an.

Bei dieser Menge empfiehlt sich für das Abwasser der Osmoseanlage und dem gebrauchten Aquarienwasser einen Verwendungszweck zu finden.

Die Kosten für die erste Füllung liegen bei den angesetzten 4,69€/1000 Liter bei knapp 3,50 €
Die Jahreskosten liegen dann aber schon bei leicht über 30€. Immerhin die 10fachen Kosten im Vergleich zum 54 Liter Becken. Aber in der Regel ist auch das gut verschmerzbar.

Stromkosten

Da bei diesem Beispiel doch deutlich mehr Technik verbaut ist, ist die Berechnung etwas umfangreicher als beim 54 Liter Becken:

  • Beleuchtung 55 W
  • Filter 16 W
  • CO²-Ventil 1,6 W
  • UV-Klärer                      11W
  • Heizung                      150 W

Auch hier werde ich die Berechnung ausführlich schildern. Zum einen, damit es nachvollzogen werden kann und zum anderen, damit die Berechnungen auf die eigenen Bedingungen angepasst werden können.

In dieser Kalkulation führe ich beispielhaft klar benannte Bauteile auf zur besseren Verständlichkeit auf. Dies ist keinerlei Empfehlung, da ich die Bauteile teilweise selbst gar nicht verwende, sondern übliche Ausstattungen im gehobenen Segment. Es geht halt nur um die Nachvollziehbarkeit der technischen Daten.

Beleuchtung:

Beispiel: Daytime matrix mit 5 Modulen a 10 Watt

Die Module haben somit eine Gesamtleistung von 50 Watt. Dazu kommt die Verlustleistung des Netzteils. Das passende Netzteil hat eine Nennleistung von 60 Watt. Eine Angabe zur Verlustleistung konnte ich bisher nicht finden. Da es sich aber um einen elektronischen Konverter handelt ist die Verlustleistung gering. Als Richtwert gehe ich von 10% Verlustleistung aus. Bei einer Last von 50 Watt also 5 Watt Netzteilverluste.

Somit ist die Gesamtleistung des Beleuchtungssystem in dieser Konfiguration 55 Watt. Die tägliche Beleuchtungsdauer nehme ich hier mit 8 Stunden an.

Leistung in Watt * Leuchtdauer in Stunden/Tag * 365 Tage/Jahr /1000
55W*8h/t * 365t/a /1000 = 160,6 kWh/a

Filter:

Beispiel: Eheim professionel 4e 350, angegebene Leistungsaufnahme 16 Watt

Bei der Laufzeit ziehe ich 10h im Jahr für Wartung ab

Leistung in Watt * Jahresbetriebsdauer in Stunden/Jahr / 1000
16W * 8750 h/a / 1000 = 139,84 kWh/a

CO²-Anlage:

Beispiel: Eheim Typ 6064, 1,6Watt

Bei der CO²-Anlage verbraucht in der Regel nur das Ventil für die Nachtabschaltung Strom, sofern kein pH-Controller genutzt wird. Bei Eheim bin ich fündig geworden, was die Leistungsaufnahme angeht.

Das Ventil wird in der Regel nur während der Beleuchtungszeit eingeschaltet. Daher kann man hier auch die gleiche Berechnungsformel ansetzen und nur die Leistung von 1,6 Watt statt der 55 Watt ansetzen. Somit liegt der Leistungsverbrauch bei ca. 4,5 kWh pro Jahr.

UV-Klärer:

Sinn oder Unsinn eines Klärers wird gern diskutiert. Ob man dieses Gerät dauerhaft benutzen soll oder nicht ebenfalls. Ich werde für diese Berechnung die dauerhafte Nutzung ansetzen, um die Kosten in sehr konservativer Sichtweise zu betrachten.

Daher ist hier die Berechnung auch relativ einfach und analog zum Filter.

Leistung in Watt * Jahresbetriebsdauer in Stunden/Jahr / 1000
11W * 8750 h/a / 1000 = 96,25 kWh/a

Heizung:

Bei der Heizung ist bei der theoretischen Berechnung wieder nur die praxisnahe Abschätzung sinnvoll. Eine genauere Berechnung scheitert an der Vielzahl der beeinflussenden Parameter und deren Variabilität im Tages- oder Jahresverlauf. Besser wäre hier ein Messgerät zu verwenden und die tatsächliche Leistungsaufnahme zu ermitteln. Normalerweise liegt die tatsächliche Ermittlung dann auch unter meiner Abschätzung.

Hier aber erstmal nur meine Abschätzung, da ich selbst bisher keine Messungen vorgenommen habe. Die Temperatur im Aquarium ist auf 25°C eingestellt und die Umgebungstemperatur liegt im Winter schwankend bei ca. 20°C.

Ich habe dazu über einen Zeitraum von mehreren Wochen immer mal wieder die Einschaltzeit und die Ausschaltzeit der Heizung gestoppt – also per Blick auf die Uhr und auf volle Minuten gerundet. Aus den Messungen habe ich dann einen Mittelwert gebildet und wieder etwas gerundet. Im Mittel lag die Einschaltzeit bei ganz knapp über 4 Minuten und die Ausschaltzeit bei knapp über 10 Minuten. Dann kommt wieder folgende Formel zum Einsatz:

60 Minuten/h / (Einschaltdauer + Ausschaltdauer) * Einschaltdauer
60m/h / (4m + 10m) * 4m = 17,1 min/h

Daraus berechnen wir jetzt die jährliche Leistungsaufnahme. Auch hier muss wieder etwas geschätzt werden. Wieviele Tage im Jahr läuft die Heizung überhaupt? Ich ziehe vorsichtig geschätzt 100 Tage im Jahr ab, an denen die Heizung nicht in Betrieb ist.

Leistung in Watt * 1 / 60 Minuten * Betriebsdauer in Minuten/Stunde * 24 Stunden/Tag * (365 – 100) Tage/Jahr / 1000
150 W * 1/60m * 17,1m * 24 h/t * (365-100) t/a / 1000 = 272,6 kWh/a

Zusammenfassung Strom

Hier die Jahresverbräuche der einzelnen Komponenten auf einen Blick:

  • Beleuchtung: 160,6 kWh
  • Filter: 139,84 kWh
  • CO2-Anlage: 4,5 kWh
  • UV-Klärer: 96,25 kWh
  • Heizung: 272,6 kWh

Macht in der Summe ca. 674 kWh für das gesamte System. Somit haben wir Jahresstromkosten (angesetzter Strompreis 40 Cent/kWh wegen Strompreisbremse) in Höhe von ca. 270 €.

Fazit

Die Anschaffungskosten für solch ein Aquarium sind mit über 2000€ recht hoch. Das lässt sich aber über gebrauchte Anschaffungen deutlich drücken. Auch bei neuen Aquarien kann man über preiswertere Produktlinien der Hersteller deutlich günstiger werden. Braucht man einen Unterschrank oder hat man schon ein entsprechend stabiles Möbel?

Die Jahresbetriebskosten sind relativ überschaubar:

  • Wasser ca. 30 €
  • Strom ca. 270€
  • Gesamt ca. 300 €

Hinzu kommt natürlich noch Futter, Dünger, CO2 und Ersatzteile, wie die Lampe für den UV-Klärer.