Netz-Trugdornwels

Sehr schöne und interessante Fische mit einem kleinen Nachteil.

Inhaltsverzeichnis

Centromochlus perugiae

Synonym: Tatia perugiae

Herkunft: Südamerika

Aussehen

Wenn das Futter interessant genug ist, verlassen sie auch die Wasseroberfläche und besuchen die L260 am Boden

Dieser nur knapp über 5cm groß werdende Wels ist mit seiner Netzstruktur ein echter Blickfang. Männchen kann man an der zum Begattungsorgan umfunktionierten Afterflosse erkennen. Zudem bleiben sie etwas kleiner.

Verhalten

Die Netz-Trugdornwelse sind absolut friedliche Bewohner, die in einer größeren Gruppe zusammengehalten, aber auch mit vielen anderen Fischen gehalten werden können. Selbst deutlich kleinere Jungfische anderer Arten verschwanden bei mir nicht, was mich doch etwas verwundert hat, da diese Welse auf fleischliche Genüsse stehen. In der Natur erbeuten sie hauptsächlich Insekten und deren Larven.

Normalerweise ist die Wasseroberfläche der bevorzugte Aufenthaltsbereich

Der Nachteil bei diesen wirklich schönen und interessanten Tieren ist die nachtaktive Lebensweise. Tagsüber verbringen die Tiere ihre Zeit am liebsten in kleinen Höhlen, die nur eine Öffnung haben. Das können auch Spalten in Wurzeln sein. Solange genügend Höhlen da sind, gibt es auch keine Streitereien untereinander. Bei mir hat jedes Tier seine eigene Höhle und kehrt immer wieder dorthin zurück. Ganz selten wird mal ein anderer Platz ausprobiert, etwa wenn beim Wasserwechseln der normale Platz plötzlich über der Wasseroberfläche liegt, aber bisher sind sie immer wieder zurückgekehrt.
Solange es nicht wirklich stockdunkel ist kommen die Tiere normalerweise nicht raus. Das macht sie als Beobachtungsobjekt eher uninteressant. Selbst wenn gefüttert wird, erscheinen sie nicht immer. Die Ausnahme schlechthin sind weiße Mückenlarven. Da kann der Bauch noch so rund aussehen, bevor nicht die letzte Mückenlarve weg ist, geht keiner zurück ins „Bett“

Wenn die Fische einmal unterwegs sind, dann sind es absolute Hektiker. Sie schwimmen hin und her in einem Tempo, dass fotografieren wirklich schwierig ist.

Die großen Augen deuten auf eine hohe Nachtsichtigkeit hin. Dementsprechend bin ich davon ausgegangen, dass sie gegenüber großer Helligkeit empfindlich sind. Zunächst habe ich daher probiert ohne Blitz zu fotografieren, aber das war zumindest für mich erfolglos. Durch die Geschwindigkeit der Welse und der höheren notwendigen Belichtungszeit waren alle Bilder unscharf. Also habe ich es dann mit dem Blitzlicht versucht. Ich war sehr überrascht, dass die Fische auf den Blitz gar nicht reagierten. Selbst auf dem unteren Foto, bei dem der Wels für eine ganz kurze Zeit eine Verschnaufpause machte und ich ihm quasi direkt ins Gesicht blitzte. Ich machte drei Bilder und erst als ich auf den Bildschirm schaute um zu kontrollieren, schwamm er wieder weg. Solche Momente sind bei diesen Welsen wirklich selten.

Ob das Rückschlüsse auf die Sehfähigkeit zulässt kann ich nicht sagen. Meine Vermutung geht dahin, dass sie am Tag bereits so geblendet sind, dass der Blitz keinen weiteren Unterschied ausmacht. Es könnte aber auch sein, dass sie komplett blind sind und die Augen nur noch Artefakte der vorherigen Artentwicklung sind. Ähnlich wie bei Höhlensalmlern, bei denen die Augen mittlerweile komplett verschwunden sind, weil unnötig.
Wie gesagt, verlassen sie tagsüber auch bei recht schwacher Beleuchtung nur sehr ungern ihren Ruheplatz, was irgendwie gegen eine komplette Blindheit spricht. Fakt ist, dass sie sowohl in fast vollständiger Dunkelheit als auch am Tag zielsicher ihr Futter finden und sowohl Hindernissen als auch anderen Fischen ausweichen.

Haltung

Bei mir leben die Netz-Trugdornwelse in einem 330 Liter Gesellschaftsaquarium. Ich habe sie aus einer Aquarienauflösung übernommen. Das Becken ist aufgrund verschiedener Bewohner recht neutral eingestellt. KH 4 und der pH-Wert um 7 bei einer Temperatur von 25°C.
Damit kommen sie wunderbar zurecht.
Als Mindestbeckengröße würde ich ein Becken mit einer Grundfläche von 80x35cm empfehlen für eine Gruppe von 5 Tieren. Meiner Ansicht sind es eher Einzelgänger die keine Gruppenhaltung benötigen. Aber da die nächtlichen Verhaltensweisen kaum zu beobachten sind und die Fische keine Aggressionen zeigen, empfehle ich trotzdem die Gruppenhaltung.

Zur Zucht kann ich selbst noch nichts sagen. Sie soll nicht sehr schwierig sein, sofern geeignete Höhlen zur Verfügung stehen.

Wie alt die Fische werden können, kann ich nicht sagen. Bei mir sind die Tiere jetzt etwas über ein Jahr. Wie alt sie vorher waren, weiß ich nicht. Im Netz finden sich zwar Angaben von ca. 5 Jahren, aber wie belastbar diese Aussagen sind kann ich nicht sagen. Vom Gefühl her tendiere ich zu einer höheren Lebenserwartung.