Neon-Reisfisch

Schöne Tiere die nah verwandt mit den beliebten Medaka sind.

Inhaltsverzeichnis

Oryzias woworae

Herkunft: Sulawesi

Aussehen

Diese Fische sind echte Schmuckstücke. Männchen zeigen sich farblich variabel. Die Färbung schwankt je nach Stimmung (Balzfärbung, Schaukämpfe usw.) zwischen leicht schimmerndem Blau, intensivem Blaumetallic bis zu fast schwarz mit leichten orangenen Akzenten.
Sowohl die Rückenflosse als auch die Afterflosse sind bei den Männchen „gefranster“. Die einzelnen Flossenstrahlen sind unterschiedlich lang.

Die Weibchen sind etwas dezenter gefärbt, zeigen aber kontinuierlich auf hinteren Körperhälfte unten einen schönen orangenen Streifen.

Beide Geschlechter haben einen leuchtend blauen Ring um die Augen.

Haltung

Im Netz finden sich zwar einige Seiten mit Informationen und überall steht nahezu das Gleiche. Allerdings sind die Informationen zur Haltung oft mit sehr großen Bereichen angegeben. z.B. pH zwischen 6,0 und 7,5. Die Temperatur wird mit 22 bis 28°C angegeben. Also orientierte ich mich an den Angaben zur Zucht. Das bedeutete einen nicht schwankenden pH-Wert von 6,8 und eine ebenso stabile Temperatur von 24°C.

Um es vorweg zu nehmen, diese Angaben kann ich nicht bestätigen. Am Anfang sank mir der pH-Wert auf unter 6,5. Das habe ich allerdings aus Unachtsamkeit zunächst nicht bemerkt. Die Gruppe zeigte aber schnell Unwohlsein und Schuppen lösten sich. Nachdem ich den Wert wieder etwas angehoben hatte, erholten sich die Tiere schnell. Meiner Ansicht nach ist daher 6,5 als Untergrenze anzusehen. Zwischen 6,5 und 7,5 habe ich keinerlei Unterschiede bemerkt. Darüber habe ich es nicht ausprobiert, glaube aber, dass auch noch etwas höher kein Problem darstellt.

Bei der Temperatur habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Temperaturen ab 20°C vertragen die Fische problemlos. Nach oben dagegen würde ich nicht langfristig über 25°C einstellen. Bei 25°C zeigen die Tiere spürbar mehr Aktivität und Balzverhalten. Die Färbung der Männchen tendiert häufiger zum Schwarz. Höhere Temperaturen habe ich nicht versucht.

Zucht

Die Zucht wird aufgrund der strikt einzuhaltenden Parameter meist als sehr schwierig bezeichnet. Auch das war bei mir grundlegend anders. Sowohl bei 20°C als auch bei 25°C funktionierte die Vermehrung wunderbar. Sowohl bei pH-Wert 6,5 als auch bei über 7 gab es keine Veränderungen. Meiner Ansicht nach gehören diese schönen Fische zu den recht einfach zu vermehrenden Tieren.

Larve ein paar Tage nach dem Schlupf

Die Vermehrung funktioniert genau wie bei den nahe verwandten Medaka. Die Weibchen tragen die Eier eine Weile an Laichfäden am After mit sich rum bis sie davon genug und eine geeignete Stelle zum Abstreifen gefunden haben.
Die Eier brauchen je nach Wassertemperatur ca. zwei Wochen bis die Jungen schlüpfen.

Zunächst verwendete ich ein Keilbecken mit ordentlich Moos vor dem Keil. Das funktionierte kontinuierlich. Die Anzahl der Jungtiere pro Tag schwankte zwischen 0 und 5. Je weniger Moos desto geringer die Anzahl der Jungtiere. Das dürfte daran liegen, dass die Tiere sowohl die eigenen Eier, als auch frisch geschlüpfte Jungtiere fressen.
Zum Abschluss des Zuchtprojekts habe ich dann mehr Pflanzen im Aquarium wachsen lassen. Vor allem Moos. Dann habe ich die Zuchtgruppe aus dem Aquarium genommen. Etwas über zwei Wochen lang schlüpften jeden Tag einige Neon-Reisfische. Rekord waren 9 Jungfische an einem Tag.

Beide Methoden funktionieren also recht gut, auch wenn die Ausbeute sicher optimiert werden könnte. Die Aufzucht der Jungen gelang ebenso einfach. Meine Zuchtaquarien sind keine sterilen Gebilde. Es gibt Bodengrund, Mulm, Pflanzen usw. Dadurch sind genügend Mikrolebewesen vorhanden um die Kleinen über die ersten Tage zu bringen. Danach nehmen sie sofort alles an Futter, was ins Maul passt – Staubfutter, Artemianauplien und zerriebenes Flockenfutter. Auch Mini-Frostfutter, wie Rädertierchen oder Cyclops, wurde sofort akzeptiert.

Nach drei bis vier Monaten bei ca. 22°C Wassertemperatur hatten die Jungtiere etwa zwei bis drei Zentimeter Körperlänge erreicht. Ausfälle konnte ich in der gesamten Zeit nicht bemerken.

Fazit

Meiner Erfahrung nach sind die meisten Informationen im Netz nicht zutreffend. Sowohl die Haltung als auch die Zucht sind einfach.
Optisch sind es sehr attraktive Fische. Im Aquarium sind sie lebhaft, agil und wenig schüchtern. Wenn es Futter gibt, sind sie schon da bevor es wirklich los geht.

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