Eigenbau Aktivkohlefilter

Ein humoristischer Artikel zu einem halbwegs praktikablen Eigenbau mit einem Hauch Erotik.

Manchmal soll das Wechselwasser vor der Nutzung im Aquarium erst durch einen Kohlefilter laufen. Dazu gibt es natürlich fertige Filter zu kaufen, die aber meist relativ teuer sind, dafür aber sicher in der Praxis einfach zu handhaben sind. Die Kohle nimmt dabei viele Stoffe aus dem Wasser auf, die man eventuell raus haben möchte, z.B. Kupfer, Chlor, Pestizide oder Medikamentenrückstände.

Als Alternative kann man solch einen Filter mit relativ einfachen Mitteln selber bauen. Ich habe solch einen Filter mal für Regenwasser (statt Osmosewasser) genutzt um meine Kosten zu senken. Leider habe ich damals keine Fotos gemacht. Ich gebe aber gern zu, dass ich nach ca. einem Jahr genug davon hatte. Heute nutze ich wieder Osmosewasser, was mir eher entgegen kommt. Trotzdem stelle ich den Filter hier mal vor. Man kann es durchaus auch Kuriosität oder humoristischen Beitrag nennen.

Man benötigt dazu nur ein ca. 120cm langes PVC-Rohr mit einem Durchmesser von 7cm, 2 PVC-Fittings mit Anschlussstücken für den Schlauch, den entsprechenden PVC Kleber, Aktivkohle und einen Straps-Nylonstrumpf.

Bei dem Strumpf sind die Details wichtig. Es muss ein Straps-Strumpf sein und kein halterloser Strumpf. Der Unterschied liegt darin, dass ein “Straps” kein Haftgummi oben hat. Wer so etwas nicht sein eigen nennt, kann bei eventuell vorhandener Ehefrau/Freundin mal suchen. Hier rate ich aber dringend zur Einholung einer entsprechenden Erlaubnis bei der Gattin. Den Strumpf wird sie nicht wieder zurück bekommen, bzw. hinterher nicht mehr haben wollen. Männer die sich das entsprechende Produkt im einschlägigen Fachhandel (z.B. Hunkemöller, Orion & Co) rate ich ebenfalls zur vorherigen Information der Ehefrau. Es könnte sonst zu Missverständnissen kommen, die im Extremfall deutlich teurer werden können als ein gekaufter Filter.

Natürlich kann man auch einfach ein Bein einer herkömmlichen Nylon-Strumpfhose abschneiden, aber das ist deutlich weniger lustig. Auch wenn man nach dem Bau in Freundeskreisen erzählt, dass man sein Wasser jetzt über “Strapse” filtert.
Schneidet man ein Bein einer Strumpfhose ab, kommt es aber auch zu sehr merkwürdigen Blicken der Dame des Hauses, wenn sie versucht diese anzuziehen. In diesem Fall empfehle ich einen ausreichenden Sicherheitsabstand.

Als erstes wird ein PVC-Fitting auf das untere Ende des Rohres geklebt. Wer jetzt fragt: “Was ist denn das untere Ende?” wird von weiteren Bastelprojekten ausgeschlossen. Als nächsten führen wir den Strumpf in das Rohr ein – klingt etwas zweideutig, ist aber recht eindeutig nicht üblich für einen Strumpf. Dabei ist darauf zu achten, dass die offene Seite des Strumpfs oben bleibt und außerhalb des Rohres.

Beim Handling mit einem Straps-Strumpf kann bei manchen Männern – vielleicht auch Frauen, dass kann ich nicht beurteilen – ein leichtes Gefühl von Erotik auftreten. Das ist durchaus normal, allerdings sollte man das bei der Erzählung in Freundeskreisen dann doch weglassen.

Das offene Ende des Strumpfs schlägt man jetzt um das Rohr (Hihihi – er hat Rohr gesagt) drum herum. Nun kann man den Strumpf vorsichtig mit der Aktivkohle füllen. Ein Tipp: Das Strumpfende (beim ersten Mal lesen etwas komisch das Wort) mit einer Hand gut festhalten. Man schaut sonst ziemlich schnell dem im Rohr verschwindenden Strumpf etwas sprachlos hinterher, um anschließend das Ganze von vorne zu beginnen.

Ist der Strumpf dann gut gefüllt, also eigentlich das Rohr (ja ich weiß, wie das klingt), wird der Strumpf zugeknotet, ins Rohr gesteckt und auch das obere Ende mit dem Fitting verschlossen. Fertig.

Die Kohlemenge in dem Rohr sollte für bis zu 40000 Liter reichen, abhängig von der Menge der Stoffe die vom Wasser auf die Kohle übergehen. Bei guter Verklebung hält der fertige Filter den normalen Wasserdruck aus dem Hahn stand. Das sollte man allerdings vorsichtig an geeigneter Stelle testen. Sollte es nicht halten sind sofort einige Liter Wasser ausgelaufen. Ein Restrisiko bleibt bei Wasser leider immer. Wie viel Liter Wasser pro Minute aus dem Filter wieder rauskommt, hängt von der Kohlemenge im Rohr ab und von der Verschmutzung des Strumpfs. Daher würde ich zu einem recht neuen Strumpf raten und keinen den Omma inne Jugend getragen hat, wie wir im Ruhrpott sagen. Damit das Wasser nicht zuviele Schmutzpartikel in den Kohlefilter einbringt ist ein Vorfilter relativ sinnvoll. Bei den Gekauften heißen die Sedimentfilter.
Presst man zuviel Kohle in das Rohr – etwas was Männer auch außerhalb der Aquaristik schon mal machen – ist der Durchfluss oft deutlich gehemmt. Außerhalb der Aquaristik hofft man(n) dann eher auf das Gegenteil.

Jetzt Ernsthaft

Der Filter funktioniert tatsächlich und erfüllt seine Aufgabe auch halbwegs gut. Der Durchfluss lässt aber oft zu wünschen übrig und mit der Zeit wird er noch schlechter. Entweder war mein Eigenbau also nicht gut genug oder das Prinzip an sich wäre verbesserungswürdig. Mit einer Osmoseanlage oder einem gekauftem Filter fährt man meist besser.

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