Artemia

Eine der beliebtesten Lebendfuttersorten und ideales Aufzuchtfutter für viele Jungfische

Viele von uns kennen Artemia als Futter für Fische oder als Kinderexperiment aus YPS-Heften oder dem Spielzeughandel. Natürlich handelt es sich hier um kein Spielzeug sondern um Lebewesen, die im Salzwasser leben.

Allgemeines

Bei den Trivialnamen für diese kleinen Krebse sind mehrere Bezeichnungen geläufig. In der Aquaristik werden sie als Futter hauptsächlich kurz Artemia genannt, aber auch Urzeitkrebs, Salinenkrebs oder Feenkrebs werden genutzt.

Beim wissenschaftlichen Namen wird es dann schon etwas schwieriger. Vertrieben werden die Tiere bzw. natürlich deren Eier häufig als Artemia salina oder nur als Artemia. Das muss jedoch nicht stimmen, bzw. wird es in den meisten Fällen auch nicht.

Die Gattung Artemia hat mehrere Arten die kaum voneinander zu unterscheiden sind. In der Aquaristik dürften hauptsächlich eine Art gehandelt werden.

Artemia monica (früher Artemia franciscana) stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie ist aber mittlerweile durch die weltweite Verbreitung der Eier auch fast auf der ganzen Welt zu finden. Unter dem Namen Artemia nyos wurden ab 1960 die Tiere als “Sea-Monkey” in alle Welt geschickt. Nyos steht für New York Ocean Science und ist die Abkürzung für das Labor das die Tiere als Produkt vermarktet hat.

Artemia salina ist in Europa und Nordafrika heimisch. Allerdings wurde diese Art kaum noch gefunden und gilt heute als vom Aussterben bedroht. Daher dürften die meisten so verkauften Eier eher anderen Arten angehören.

Im Grunde ist die genaue Art auch völlig unwichtig. Zumindest für die Aquaristik. Optisch zu unterscheiden sind die Arten nur für Spezialisten unter einer starken Lupe oder einem Mikroskop und dann auch nur die Männchen. Ob diese Arteneinteilung korrekt ist oder ob es sich einfach nur um Standortvarianten einer Art handelt wird wissenschaftlich immer wieder diskutiert. Für die Aquaristik reicht daher die Bezeichnung Artemia völlig aus.

Futtertierzucht

Für den Aquarianer sind es einfach kleine Krebse, die man wunderbar nachzüchten oder vermehren kann. Ideal als Futter für diverse Fischarten und die Nauplien (Larvenstadium) oft das perfekte Aufzuchtfutter für kleinste Nachzuchten.

Artemia-Nauplie “Rudolph”

Artemia leben im Salzwasser. Im Normalfall leben und vermehren sich die Tiere auch nur dort. Kommt es aber zu einem Anstieg der Salzkonzentration legen die Weibchen “besondere” Eier ab. Im Gegensatz zu den Eiern bei der normalen Vermehrung sind dies mehrzellige Zysten ohne aktiven Stoffwechsel. Diese Zysten überstehen lange Zeit (mehrere Jahre – teilweise wird auch von Jahrzehnten berichtet) in trockenem Zustand. Nicht einmal Sauerstoff wird bei der Lagerung benötigt.

Kommen diese Zysten jedoch mit sauerstoffhaltigem salzigem Wasser in Kontakt schlüpfen sie nach ein paar Stunden als Larve und entwickeln sich schnell zum fertigen Krebs. Vom Wässern bis zum fertigen Krebs kann es innerhalb von ein zwei Wochen kommen. Das ist abhängig von der Temperatur und dem Nahrungsangebot.

Diese Vermehrungsmethode ist der Grund, dass viele Züchter von Zierfischen auch Artemia ansetzen, denn es ist einfach und relativ preiswert. Wobei der Begriff “preiswert” in Relation zu anderen Futtertieren zu sehen ist. Die Artemia-Eier werden in Dosen verkauft. Manchmal auch als fertige Mischung mit Salz und Nährstoffen. Da die Eier trocken gelagert werden, ist eine lange Haltbarkeit und leichte Aufbewahrung möglich.

Spezielle Brutbehälter kann man zahlreich kaufen. Ich persönlich nutze das JBL Artemio-Set. Natürlich können solche Aufzuchtbehälter auch leicht selbst aus PET-Flaschen gebaut werden. Funktionieren werden alle ähnlich gut. In den Behälter gibt man ca. 500ml Wasser und ca.12Gramm Meersalz. Das Salz kann auch aus dem Supermarkt sein. Es sollte nur ohne irgendwelche Zusätze sein. Dann entsprechend Artemia-Eier dazu und ca. 24 bis 36 Stunden später, sind die Nauplien geschlüpft und können verfüttert werden. Wichtig ist, dass ausreichend Licht in den Behälter gelangt. Zusätzliche Beleuchtung verbessert die Schlupfrate.

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