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Vergesellschaftung

Eine der häufigsten Fragen bei der Garnelenhaltung ist die nach den Vergesellschaftungsmöglichkeiten. Viele Aquarienbesitzer wollen die positiven Eigenschaften der Garnelen auch in ihrem Gesellschaftsaquarium nutzen.
Leider haben Zwerggarnelen allerdings dabei einen entscheidenden Nachteil – ihre Größe. Bei Endgrößen um zwei bis drei cm sind sie für viele Fische gern gesehenes Lebendfutter. Der Nachwuchs mit wenigen Millimetern ist da natürlich noch mehr gefährdet.
Das Ganze jetzt in eine Liste aufzuteilen, also kann man bzw. kann man nicht vergesellschaften, ist recht schwierig. Es gibt Aquarianer bei denen die unwahrscheinlichsten Kombinationen funktionieren, aber auch einige bei denen selbst scheinbar „sichere“ Kombinationen nicht funktioniert haben.
Aus diesem Grund kann man eigentlich nur eine Empfehlung oder eine Wahrscheinlichkeit in Bezug auf einzelne Fischarten angeben.

Eine sichere Prognose für ganze Gattungen kann es allerdings nicht geben. Fragen wie: „Gehen meine Panzerwelse an die Garnelen?“ oder ähnliche, können nicht pauschal beantwortet werden. Auch bei den Panzerwelsen gibt es sehr große Arten, welche selbst fast adulte Red Fire schlucken könnten.

Grundsätzlich sollte man Aquarien in denen Fische und Garnelen gemeinsam gehalten werden sollen, immer mit vielen Versteck- und Fluchtmöglichkeiten ausstatten, ideal sind dicht bepflanzte Aquarien. Gerade wenn man auch einen Teil des Nachwuchses durchkriegen möchte, sind feingliedrige und verzweigte Pflanzen fast Pflicht. Bewährt hat sich dort z.B. das beliebte Javamoos.
Einen kompletten Überblick über die Fischarten und ihre Verträglichkeit mit Garnelen kann ich hier natürlich nicht machen. Das würde zum einen den Umfang dieses Artikels deutlich sprengen und zum anderen kenne ich natürlich auch nicht alle Fischarten.
Je größer die vorhandenen Fische sind desto schwieriger ist die Vergesellschaftung.
Der Satz stimmt zwar nicht hundertprozentig, denn es gibt auch große Fische die sich für Garnelen nicht sonderlich interessieren, aber falsch ist er auch nicht. Denn bei den meisten Fischen ist es so, dass was ins Maul passt auch gefressen wird.
Daraus zu schließen, dass man dann alle kleinbleibenden Arten dazusetzen kann ist wahrscheinlich auch nicht richtig. Selbst junge Kugelfische würde ich als Gefahr für Garnelen einstufen.

Wenn bereits Fische vorhanden sind, sollte man natürlich eine dazu passende Garnele aussuchen. Die wohl geeignetste Garnele für eine Vergesellschaftung auch mit etwas größeren Fischen ist die Amanogarnele – Caridina japonica. Da diese mit gut 4 cm deutlich größer wird und auch bei den Wasserwerten äußerst tolerant ist, lässt sie sich mit deutlich mehr Fischen vergesellschaften als die kleinerbleibenden Garnelenarten.
Im umgekehrten Fall, also wenn man Fische für seine Garnelen sucht hat man meist mehr Möglichkeiten.
Die am häufigsten genannte Möglichkeit sind Ancistruswelse. Sowohl der Ancistrus dolchiopterus, als auch seine Farbvarianten Ancistrus sp., Albinoform, L144 und LDA16 (Ancistrus brown) lassen sich recht gut mit Garnelen halten. Größere Garnelen sind überhaupt nicht gefährdet und auch dem ganz jungen Nachwuchs wird nicht aktiv nachgestellt. Das die Garnelen den Kot dieser Welse auffallend gern nach Mikroorganismen durchsuchen ist ein weiterer Pluspunkt bei einer Vergesellschaftung
Auch kleinbleibende Panzerwelse wie Corydoras habrosus, hastatus oder  pygmaeus  sind gute Begleiter für Garnelen. Gerade die C. hastatus oder die pygmaeus sind zudem in größerer Gruppe schöne und aktive Aquarienbewohner, die gern auch freischwimmend die höheren Gewässerregionen bevölkern.

Kleinbleibende Salmler, Bärblinge und Lebendgebärende können auch gut zusammen mit Garnelen gehalten werden. Allerdings ist hier der Garnelennachwuchs deutlich gefährdeter als bei den oben genannten Fischen.

Ich habe dabei gute Erfahrungen mit Boraras merah gemacht.

Empfehlen kann ich aus meiner Erfahrung heraus auch Dornaugen. Diese schlangenförmigen Schmerlen sind quirllige Bodenbewohner die in keinster Weise den Garnelen aktiv nachstellen. Bei mir konnte ich Dornaugen und White Pearl Garnelen häufig nebeneinander friedlich an Futtertabletten sehen.

Nicht empfehlenswert ist die Vergesellschaftung mit Buntbarschen. Selbst die kleinen Zwergbuntbarsche sind oft recht ruppig und können schon mal auch die größeren Garnelen fressen. Zumindest werden die Garnelen bei dieser Vergesellschaftung wesentlich scheuer als mit verträglicheren Fischen.
Größere Barsche werden in über 90% der Fälle die Garnelen als Futter betrachten. Meine Yellows (Lapidochromis caerelus) haben selbst gut 4cm große Marmorkrebse fachgerecht zerlegt.
Auch die zu den Buntbarschen gehörenden Skalare sind potenzielle Fressfeinde für die Garnelen.
Fazit: Eine Vergesellschaftung der Garnelen mit Fischen ist möglich, sofern man einige grundlegende Dinge beachtet: gleiche Wasseransprüche, genügend Versteckmöglichkeiten, ruhige, friedliche und möglichst kleinbleibende Fische.

Allerdings wird meist nur ein kleiner Teil des Garnelennachwuchs überleben.

Erstveröffentlichung: Garnele-Online Ausgabe 1 - Text leicht überarbeitet

 

 
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