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Landeinsiedlerkrebs

Text und Fotos: © Heike Dixon/Devil-Crusta10

Wissenschaftlicher Name: Coenobita perlatus

Deutscher Name: Erdbeer Landeinsiedlerkrebs

Herkunft: Inseln des Indo-westpazifischen Ozeanes, Japan, Australien, Madagaskar, Nordamerika, Rotes Meer

Systematik:
regnum- Animalia/Tierreich
phylum- Arthropoda/Gliederfüßer
subphylum- Crustacea/Krebstiere
classis- Malacostraca/"höhere" Krebstiere
subclassis- Eumalacostraca
superordo- Eucarida
ordo- Decapoda/Zehnfußkrebse
subordo- Reptantia/Panzer-,Ritterkrebse
infraordo- Anomura/Mittelkrebse
superfamilia- Paguroidea
familia- Coenobitidae/Landeinsiedlerkrebse
genus- Coenobita
species- Coenobita perlatus

Größe: ca. 8cm Gesamtlänge Carapax/Abdomen

Wassertemperatur: tropisch, paßt sich der Lufttemperatur an

pH/GH: hierzu gibt es keine Angaben, die Werte scheinen nicht relevant zu sein für die Haltung

Luftfeuchtigkeit/-temperatur: LF nicht unter 70%, besser konstant 80%; LT um 27°C

Vermehrung: getrenntgeschlechtlich, primitiver Fortpflanzungstyp, Entlassung und Entwicklung der Larven am/im Meer

Alterserwartung: unbekannt


Haltung:
In Gruppen ab 3 Tieren, da sie auch in der Natur in zum Teil großen Gruppen/Kolonien leben.
Ich rate von zu kleinen Terrarien auf Dauer ab. Für 3-5 ausgewachsene Tiere (bei der oben angenommenen Endgröße) sollten es
mindestens 80cm Terrarien sein, besser noch 100cm. Das Substrat sollte 8-10cm hoch und immer feucht sein, Staunässe muß vermieden werden.
Es bietet sich an einen Teil der Bodenfläche rein mit Sand zu gestalten und den Rest mit Kokosfaserhumus oder einer Mischung aus diesem mit etwas Sand.
Es werden 2 Wasserschalen benötigt, eine für Süßwasser und eine für Meerwasser (33g/l). Bei beiden Schalen ist darauf zu achten, daß die Wasserhöhe nicht tiefer ist als daß der kleinste Landeinsiedler noch bequem darüber schauen kann. LANDEINSIEDLER KÖNNEN/WERDEN SONST ERTRINKEN!
Zudem sollten sie Ein- und Austiegsmöglichkeiten und rauhe Oberflächen bieten, damit die Landeinsiedler die Möglichkeit haben sich zum Umdrehen festzuhalten.
Die Dekoration sollte aus Korkröhren, Korkästen, einer Rückwand und vielen weiteren Klettermöglichkeiten bestehen.
Pflanzen sind nicht notwendig, da sie meistens nicht lange überleben (werden plattgetreten, zerpflückt oder angefressen).
Es muß eine Wärmelampe istalliert werden (für die Einsiedler nicht erreichbar) und an der entgegengesetzten Seite ein Thermometer und ein Hygrometer angebracht werden. Von einer Bodenheizung rate ich dringend ab, damit die Einsiedler die Möglichkeit haben sich bei Bedarf in kühlerer Regionen zurückzuziehen.
Um die Luftfeuchtigkeit zu halten kann ein entsprechendes Gerät installiert werden oder man sprüht 1-2 mal am Tag per Hand mit einem Sprühgerät.
Steine und andere harte Gegenstände sollten vermieden werden, da die Kleinen auch schonmal herunter fallen und sich dann die Schneckenhäuser zerschlagen könnten oder sich anderweitig verletzen.
In der Natur leben sie nahe der Küste und der Strände, mehr als alle anderen Landeinsiedler sind sie auf Meerwasser angewiesen.


Futter:
Landeinsiedlerkrebse ernähren sich omnivor, die Futterpallette reicht von toten Krebstieren, Fischen, Mollusken etc. über Gurken, Zucchini, geraspelte Möhren, Äpfel, Mango, Banane etc. hin zu getrockneten Blütenmischungen und pflanzlichen Futtersticks für Reptilien.
Zu achten ist auf biologisch angebautes Obst und Gemüse wegen der Gefahr der Vergiftung durch Pestizide und Düngemittel.
Sepiaschale sollte ständig angeboten werden.


Vermehrung:
Über die Vermehrung von Coenobita gibt es bis jetzt nur Berichte über eine Erfolgreiche Nachzucht im Labor.
Die Larven werden ins Meer entlassen und entwickeln sich dort über mehrere Larvenstadien hin zum kleinen Landeinsiedler, der noch vor seinem Landgang sein erstes Schneckenhaus bezieht.
Berichte über Larvenfunde in der Meerwasserschale eines Terrariums sind wohl auf eine noch in der Natur erfolgte Verpaarung zurückzuführen. Berichte über Verpaarungen in Gefangenschaft sind nicht bekannt oder Dokumentiert.


Aussehen:
Coenobita perlatus hat eine orangerote bis erdbeerrote Körpergrundfärbung mit unzähligen, kleinen, punktförmigen, weißen Knötchen.
Beide Antennenpaare sind orangerot, ebenso die Augenstile. Die Augen sind oval geformt und haben eine anthrazitgraue Färbung.
Die linke Schere ist größer als die rechte. Auf ihrer Oberseite befinden sich 4-7 kammartige, weiße Erhebungen nebeneinander.
Mit der großen Schere verschließt der Einsiedler den Gehäuseeingang, die kleinere, rechte Schere dient vorwiegend der Nahrungsaufnahme.
Über die entgültige Körpergröße gibt es noch keine genauen Angaben, derzeit geht man von einer Gesamtgröße von ca.8cm Carapax/Abdomen aus.
Geschlechtsunterschiede sind bei im Haus befindlichen Einsiedlern schwer zu erkennen. Die Weibchen besitzen Gonoporen am letzten Schreitbeinpaar sowie Pleopoden/Schwimmbeine an der linken Abdomenseite.Männchen haben diese Merkmale nicht.

Schneckenhäuser:
Coenobita perlatus bevorzugt "Turbo-", "Tonna-" und "Turban-" Gehäuse.
Für jedes Tier sollten 3 Häuser in passender Größe sowie je 3 in der nächstgrößeren Größe angeboten werden.
Hierzu mißt man die Gehäusegröße/-höhe, die Mündungsbreite und die Mündungshöhe der aktuellen Gehäuse.
Es ist darauf zu achten daß die Gehäuse intakt sind (keine abgebrochene Spitze oder Löcher in den Umgängen)

Häutung:
Coenobita ziehen sich zur Häutung in eine Höhle zurück die sie in das Substrat graben. Dort verweilen sie mehrere Wochen bis hin zu Monaten (es wurden schon 2-3 Monate erwähnt). Man sollte sie in dieser Zeit keinesfalls stören wenn es nicht unerläßlich und zwingend notwendig ist, also keinesfalls nur um mal zu schauen ob noch alles in Ordnung ist.
Bei der Häutung häutet sich nur der Carapax mit allen anhängenden Körperteilen, der Einsiedler muß also nicht sein Haus verlassen.
Ein frischgehäutetes Tier erkennt man meistens an einer flaumartigen Körperbehaarung.

Besonderheiten:
Coenobita perlatus können ein zirpendes Geräusch machen.
Sie sind in Japan vom Aussterben bedroht und stehen unter Naturschutz, in Australien steht der Export unter Strafe.

 Erstveröffentlichung http://www.panzerwelten.de/forum/thread-1786.html

 

 
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