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Kreuzungsproblematik bei Süsswassergarnelen

Text: Christian Splettstößer

Ein großes Thema bei der Garnelenhaltung ist welche Arten sich kreuzen und welche nicht. Dabei kommt es immer wieder zu unterschiedlichen Meinungen, auch von Garnelenexperten.

Eine Schwierigkeit ist die große Anzahl an verschiedenen Arten, wobei sich viele auch noch äußerlich recht ähnlich sehen. Ein großer Anteil der Arten ist zudem noch nicht wissenschaftlich bestimmt und es werden ständig neue Arten bei uns eingeführt. Da die meisten Arten unbekannt sind, ist die Namensgebung meist völlig willkürlich. Die Garnelen bekommen irgendwelche Phantasienamen wie Zebragarnele, Algengarnelen oder ähnliches. Die lateinischen Bezeichnungen werden meist ganz weggelassen. Daraus ergibt sich, dass häufig zwei Garnelenhalter sich über eine Garnelenart unterhalten, aber jeder eine andere Art hat.

Daraus abzuleiten, zur besseren Identifizierung ein Nummernsystem einzuführen, analog zu den L-Welsen, halte ich für den falschen Weg. Ein Händler der nicht zwischen Bienengarnele und Tigergarnele unterscheiden kann, wird auch die Nummern nicht kennen. Der ideale Fall wäre es, wenn alle Garnelen bestimmt werden, bevor sie in den Handel kommen. Dies wird aber wohl nicht realisierbar sein. Das mindeste was aber erreicht werden sollte, ist eine einheitliche deutsche Bezeichnung anhand des optischen Erscheinungsbilds. Das ist zwar noch lange kein Idealfall, aber es wäre eine deutliche Verbesserung des Status Quo.

Eine weitere Schwierigkeit ist zudem, dass es meines Wissens noch keine eindeutigen Erkenntnisse gibt, in wie weit sich die unterschiedlichen Arten eventuell doch kreuzen können. Leider gibt es wohl auch fast identisch aussehende Tiere, die trotzdem anderen Arten angehören. Ein Beispiel hierzu wäre die Tüpfelgarnele. Ein von Andreas Karge untersuchtes Tier wies ein völlig unbezahntes Rostrum auf. Auch andere Merkmale deuten seiner Meinung nach deutlich darauf hin, dass diese Garnele nicht zu Serratagruppe gehört. Von Werner Klotz untersuchte Tüpfelgarnelen wiesen dagegen eindeutige Anzeichen für eine Zugehörigkeit zur Serratagruppe auf. Auch die von mir untersuchten blauen Tüpfelgarnelen gehören meiner Ansicht nach zur Serratagruppe.

Solche Probleme erschweren eine Aussage zu möglichen Kreuzungen doch sehr. Die von Andreas Karge untersuchten Tiere würden sich sehr wahrscheinlich nicht mit anderen Garnelen der Serratagruppe kreuzen, die Tüpfelgarnelen von Werner Klotz und meine Blauen dagegen mit recht hoher Wahrscheinlichkeit. Von daher sind Kreuzungstabellen immer nur eine Wahrscheinlichkeitsprognose und entsprechen immer nur dem Kenntnisstand des jeweiligen Autors. Trotzdem sind einige der Tabellen durchaus als Anhaltspunkt brauchbar und im Normalfall stimmig, eine auch nur annäherend 100%ige Sicherheit gibt es allerdings auf keinen Fall.

 
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