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Fütterung von Garnelen

Überall, natürlich auch auf Garnele-Online, finden sich diverse Futterlisten für Garnelen.

Viele dieser Listen basieren natürlich aufeinander, so dass sich teilweise große Übereinstimmungen finden. Ob jede Liste daher wirklich das Wissen des Autors ausdrückt wage ich zu bezweifeln.

Nehmen wir die Liste auf Garnele-Online: Diese wurde hauptsächlich von einer damaligen Administratorin des Garnelenforums und mir erstellt. Ein Teil der Dinge auf der Liste wurde tatsächlich von uns getestet. Den Rest haben einige User des Garnelenforums in einem Thread zusammengetragen. Macht es aber wirklich Sinn solche Dinge wie Spagetti, Bananen, Kartoffeln, Möhren, Kaninchenpellets, Haferflocken und Ähnliches zu verfüttern?

Natürlich kann man das Alles ins Wasser schmeißen. Da Garnelen Resteverwerter sind gehen sie an fast alles. Sinn macht dies aber leider nur bedingt. Viele der Nahrungsmittel lösen sich im Wasser schnell auf und werden dann im Filter von den Bakterien zerlegt. So bekommt man schnell recht hohe Nitratwerte zusammen. Nitrat ist für Garnelen aber weitaus gefährlicher als für Fische. Garnelen lagern Nitrat im Körper ab und daher sind auch Spätfolgen wahrscheinlich.Aus diesem Grund sind solche Nahrungsmittel wie Bananen, Weintrauben, Melonen und Tomaten eigentlich nicht für das Aquarium geeignet.

Auch Haferflocken die im Wasser schnell matschig werden sind da eigentlich kontraproduktiv, weil man sie kaum wieder vollständig aus dem Wasser bekommt.

Kartoffeln, Spagetti und Reis belasten durch die enthaltene Stärke ebenfalls recht stark das Wasser.

Aber warum sollte man das auch alles verwenden? Abwechslungsreiche Ernährung ist sicher wichtig, aber wenn ich durch das Futter das Wasser belaste, kehre ich den Nutzen in Schaden um. Gängige Futtersorten aus dem Handel sind eigentlich keine schlechte Wahl. Sie enthalten die wichtigen Nährstoffe und sind damit ein sehr gutes Grundnahrungsmittel. Erweitern kann man dies sinnvoll mit verschiedenen Laubarten, etwa von Buche, Eiche, Esskastanie. Diese können auch im Becken verbleiben. Bei frischen Blättern sollte man darauf achten diese nach spätestens 24 Stunden wieder zu entfernen. Das gilt auch für Salat-, Spinat- oder Mangoldblättern. Ebenfalls sehr geeignet sind Brennesselblätter.

Generell sollte man recht sparsam füttern. Die meisten Probleme von Garnelenhaltern sind häufig auf Überfütterung zurückzuführen. Gerade bei konzentrierten Futtersorten, wie handelsübliche Garnelenfutter oder auch Paprikapulver neigt man zu recht großzügigen Portionen.

Auch Fischfuttersorten können bedenkenlos verwendet werden – natürlich sparsam – man sollte nur darauf achten nicht allzu viel tierisches Protein zu füttern. Da dies zu schnellerem Wachstum führt, kann es unter Umständen zu Häutungsproblemen führen.

Einige Garnelenhalter raten von der Verwendung normaler Fischfuttersorten ab, da diese häufig auch aus Garnelenmehl hergestellt sind. Sie befürchten dabei eventuelle Übertragungen von Krankheiten. Dies kann ich nicht bestätigen. Ich habe schon verschiedenste Futtersorten probiert, ohne jemals dadurch Probleme gehabt zu haben. Sogar ein Futter das als Hauptbestandteil Garnelen verwendet war dabei. Dieses kann ich sogar ausdrücklich empfehlen.

 

Fazit: Meiner Ansicht nach kann man zwar viel füttern, jedoch macht es recht wenig Sinn. Lieber bewährte Futtersorten im Wechsel verwenden, als irgendwelche Experimente mit nur bedingt Geeigneten. Manchmal ist weniger mehr.

 

 
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