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Einheimische Krebse

Der Edelkrebs
Astacus astacus

Der Edelkrebs ist wohl der bekannteste der einheimischen Krebsarten, auch wenn er heute nur selten in der freien Natur zu finden ist.

Der wissenschaftliche Name des Edelkrebs lautet Astacus astacus. Er erreicht eine Größe von bis zu 18cm, wobei Weibchen kleiner bleiben. Er ist braun (vereinzelt kommen allerdings auch blaue Tiere vor) mit einigen roten Stellen, vor allem an den Gelenken. Er bewohnt stehende und fließende Gewässer mit guter Wasserqualität. Früher konnte der Edelkrebs in ganz Mitteleuropa gesichtet werden. Nach Ausbruch der Krebspest 1878 waren die Krebse jedoch fast ausgestorben. Heute sind aber in einigen Biotopen in Deutschland  auch die Edelkrebse wieder heimisch. Nach wie vor gehört er aber zu den bedrohten Arten.

Edelkrebs

Der Edelkrebs ist in erster Linie ein dämmerungsaktives Tier und hält sich tagsüber eher versteckt. Auf ihrem Speiseplan stehen Muscheln, Schnecken, Insektenlarven, Wasserpflanzen und auch kleinere Fische. Sie dienen in den Gewässern quasi als Reinigungstrupp, da sie den Bodengrund von größeren organischen  Resten befreien, wobei er nicht als Aasfresser fungiert. Frisch verstorbene Tiere werden zwar gefressen, Tiere welche bereits länger tod sind werden dagegen verschmäht.
Im Winter haben die Krebse einen deutlich reduzierten Stoffwechsel. Sie wachsen langsamer, bzw. im Winter finden eigentlich keine Häutungen statt. Je wärmer das Wasser desto schneller wachsen die Krebse. Zu warmes Wasser führt allerdings auch schnell zu Häutungsschwierigkeiten die zum Tod führen können. Der zweite Aspekt der über die Wachstumsgeschwindigkeit entscheidet ist das Nahrungsangebot.
Nach einer Häutung sind die Krebse noch nicht durch ihre harte Schale geschützt. Diese muss erst aushärten, was zwischen ein paar Stunden und wenigen Tagen dauert. In dieser Zeit versteckt sich der Krebs, da er seinen Feinden (Barsche & Aale) schutzlos gegenüber stehen würde.

Die Vermehrung des Edelkrebs beginnt mit der Verpaarung. Diese erfolgt normalerweise zwischen Oktober und November. Einige Tage später heftet das Weibchen 60 bis 200 Eier an die Unterseite des Hinterleibs. Das Weibchen trägt diese Eier bis zum nächsten Frühjahr mit sich herum. Etwa im Mai schlüpfen die kleinen Krebse. Einige Zeit später verlassen sie dann bei einer Größe von etwa 1,5cm die Mutter. Kleine Edelkrebse sind allerdings gern gesehene Nahrung bei allen etwas größeren Fischen. Auch bei Wasservögeln wie Enten gehören die kleinen Krebse zum Speiseplan, so dass nur wenige Tiere pro Wurf durchkommen.

Der Galizier-Krebs oder europäische Sumpfkrebs
Astacus leptodactylus

Der Galizier bleibt meist, mit 15cm etwas kleiner als der Edelkrebs. Jedoch wurden auch schon noch größere Exemplare gefunden. Im ganzen wirkt der Krebs jedoch zierlicher als der Edelkrebs.  Die Weibchen bleiben meist kleiner. Auch die Scheren sind deutlich schmaler. Er ist meist recht hell mit leicht grünlichem Braunton gefärbt, allerdings wurden vereinzelt auch blaue Exemplare gefangen.

In der Natur bewohnt der Sumpfkrebs gern fließende Gewässer, kann aber auch in Seen oder Teichen vorkommen. Im Gegensatz zum Edelkrebs kommt der Galizier auch mit schlammigen Untergründen gut klar. Sümpfe bewohnt er aber nicht. Ursprünglich kommt der Krebs aus den Flüssen um das schwarze und das kaspische Meer. Mittlerweile findet man ihn quer durch Europa, auch wenn die Bestände sehr klein sind. Auch der Galzier wurde durch die Krebspest stark dezimiert.

Die Lebensweise, Vermehrung und Ernährung ist wie beim Edelkrebs.

Der Steinkrebs
Austropotamobius torrentium

Der Steinkrebs wird etwa 10cm groß und vom Körperbau dem Edelkrebs recht ähnlich. Die Scheren sind etwas kräftiger und mit "Warzen" bedeckt. Die Färbung variiert zwischen verschiedenen Brauntönen. Die Männchen haben größere Scheren.

Er bevorzugt fließende kühle Gewässer und verträgt Temperaturen über 25°C längerfristig nicht. In Deutschland findet man diesen Krebs daher eigentlich auch nur in höhergelegenen Gewässerabschnitten. Auch diese Art gehört zu den bedrohten Tierarten,nachdem die Krebspest sie fast komplett ausgerottet hatte.

Die Lebensweise, Vermehrung und Ernährung ist wie beim Edelkrebs

Der Signalkrebs
Pacifastacus leniusculus

Der Signalkrebs wird bis zu 15cm groß und kann ein Gewicht von 200gr. erreichen. Seine Färbung variiert von graubraun über grünbraun bis zum Blaubraun. Die Scherengelenke weisen einen recht großen hellen Fleck auf.

Man findet ihn in fast jeder Art von Gewässer. Allerdings bevorzugt der Signalkrebs etwas höhere Temperaturen als der Steinkrebs, aber auch er verträgt dauerhaft keine Temperaturen über 25°C. Ursprünglich stammt der Krebs aus Nordamerika und ist daher eigentlich kein "echter" einheimischer Krebs, wurde aber um 1960 herum in Skandinavien eingeführt und dort "ausgewildert". Mittlerweile kann man diese Krebse in ganz Europa bis in die Türkei finden.
Als amerikanischer Krebs ist er ein potentieller Verbreiter der Krebspest ohne selbst an dieser Erkrankung zu sterben und ist somit Bedrohung für die "echten" einheimischen Krebse.

Der Signalkrebs weist zudem eine höhere Vermehrungsrate auf. Er ist bereits nach zwei Jahren geschlechtsreif, die Weibchen tragen mehr Eier pro Wurf und somit verdrängt er auch ohne Krebspest die einheimischen Arten.

Ansonsten  ist die Lebensweise, Vermehrung und Ernährung sehr ähnlich zum Edelkrebs.

 
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