Home  Druckversion  Sitemap 

Crystal Red / Red Bee

Eines der häufigst diskutierten Themen der Garnelenhalter ist die Red Bee / Crystal Red - Thematik.

Für die meisten Neueinsteiger ist das ziemlich verwirrend und schwer nachvollziehbar, da es auch innerhalb der etablierten Züchter verschiedene Standpunkte gibt. Für die eine Gruppe gibt es eigentlich keine Red Bee's, sondern nur Crystal Red. Hier sollen die höherwertigen Zeichnungsmuster durch reine Selektion herausgezüchtet worden sein.

Die andere Gruppe folgt den Informationen aus dem asiatischen Raum, wonach die Red Bee eine Kreuzung zwischen Crystal Red und der New Bee Garnele ist. Daraus ergeben sich verschiedene Formen:

  • Crystal Red: Rote Mutationsform der "normalfarbigen" Bienengarnele
  • New Bee: Wildform-Garnele (u.a. als Caridina venusta bestimmt)
  • Red Bee: Kreuzung/Mischform zwischen New Bee und Crystal Red
  • Mischlinge: Als Mischlinge werden hierbei Rückkreuzungen zwischen Crystal Red und Red Bee bezeichnet

Hochzucht2.jpg Red Bee Garnele

In der Hauptsache unterscheiden sich die beiden Formen in der Ausprägung der Farben und im Zeichnungsmuster. Die Red Bee weist im Gegensatz zur Crystal Red einen wesentlich höheren Weißanteil und eine dichtere Farbpigmentierung. Mittlerweile gibt es aufgrund zahlreicher Zuchtansätze zwischen Crystal Red und importierten Red Bee sehr viele unterschiedliche Formen. Eine Abgrenzung zwischen Red Bee und Crystal Red wird somit immer schwieriger und dürfte größtenteils bereits unmöglich werden.

Schon bei der Crystal Red gibt es zahlreiche Namen und Zusatzbezeichnungen, welche eine bessere Farbverteilung ausdrücken sollen. Hier mal beispielhaft einige davon: Crystal Red Queen, Japanqualität, Japanstamm, R/W, R&W.
Mittlerweile gibt es noch zahlreiche Bezeichnungen für bestimmte Farbformen, die sich auf das Zeichnungsmuster beziehen: Mosura, Hinomaru, Snowwhite usw.
Die ersten Namen sagen dabei im Grunde nicht viel aus. Sie dienen lediglich zur Abgrenzung zu der "Standard"-Crystal Red. Die anderen Bezeichnungen dagegen beziehen sich auf's Zeichnungsmuster und sind somit feststehend. Die Tiere werden auch nach dem Zeichnungsmuster unterteilt. Diese Unterteilung wird nach internationalem Standard in sogenannte Grades vorgenommen. Dabei gilt, je höher der Grade-Rang desto teurer werden diese Garnelen gehandelt.

Die Haltungsbedingungen, die für diese Tiere zu empfehlen sind, sind eigentlich alle gleich. Allerdings kommt es auch darauf an, aus welchem Wasser die Tiere kommen. Hin und wieder zeigt sich, dass die Tiere beim Umsetzen sehr empfindlich reagieren.
Äußerst gefährlich für die Tiere ist dabei Ammoniak im Wasser. Daher empfielt es sich die Tiere bei einem pH-Wert unter 7 zu halten, da unter pH 7 kein Ammoniak im Wasser vorliegt. Trotzdem müssen auch regelmässig Teilwasserwechsel durchgeführt werden, da auch höhere Nitratwerte scheinbar nicht gut vertragen werden.

Welche der beiden Gruppen Recht hat, kann ich nicht sicher beurteilen. Was mich an der Selektionstheorie stört sind zwei Punkte. Zum einen kam es nach meiner Ansicht recht plötzlich zu einem Sprung in der Entwicklung der Zeichnungsmuster. Jahrelang waren die Versuche mehr Weißanteil zu erhalten nur minimal vorangeschritten und plötzlich ging es in Riesenschritten bis zur Snowwhite.
Der zweite Punkt der dabei stutzig macht sind die sogenannten Brownies. Bei der Zucht der Red Bee genannten Tiere kommen immer mal wieder braune Tiere vor. Bei den ursprünglichen Crystal red war das nicht der Fall. Dort war die rote Farbe rezessiv und bei der Verpaarung von roten Tieren mit roten Tieren war der Nachwuchs immer zu 100% rot/weiß. Wieso entstehen bei den Red Bee also diese Brownies?

Nachdem jetzt von den Gebr. Logemann in Japan Interviews mit einigen großen Züchtern geführt wurden, in denen diese die Einkreuzung anderer Arten in die Crystal Red Stämme dementiert haben ( mit Ausnahme von Ebi-ten), muss natürlich wieder über die Theorien nachgedacht werden. Nun gut, ob die Züchter immer die Wahrheit sagen, weiß man natürlich in keinem der Fälle. Alle diese Züchter verdienen mit den Garnelen ihr Geld und welche "politischen" Entscheidungen sie treffen wissen nur sie selbst. Kaum einer würde wohl zugeben, dass er Tiere eines Mitbewerbers in seinen Stamm eingebracht hat. Für mich ist dabei jedenfalls kein stichhaltiges Argument enthalten, dass es nicht zu dieser Kreuzung gekommen sein könnte.
Ich persönlich weiß nicht was die Wahrheit ist, tendiere aber zu einer Einkreuzung. Die Gründe dafür habe ich ja etwas weiter oben bereits geschildert.
Allerdings glaube ich auch, dass es die reine ursprüngliche Red Bee kaum noch existiert, falls diese Einkreuzung mal stattgefunden hat. Selbst in Japan wurden wohl viele (- wenn nicht alle) Zuchtstämme mit den ursprünglichen roten Bienengarnelen zurück verpaart.

Ich persönlich betreibe keine Hochzucht mit Bienengarnelen. Das Thema ist mir zu "stressig". Für mich sind höherwertig gezeichnete Bienengarnelen halt Red Bee und bis zur 4-Band Garnele Crystal Red. Mittlerweile denke ich schon wieder um und bezeichne die Tiere lieber anhand ihres Zeichnungsmusters - also als Mosura, half-moon, No-Entry, Snowwhite usw. Diese Bezeichnungen sind doch etwas klarer und aussagekräftiger als Grade SS oder SSS - zumindest meiner Meinung nach.

In Deutschland gibt es nun zwei verschiedene Einteilungen der Zeichnungsmuster der Hochzucht-Bienengarnelen. Bereits eine Einteilung reicht schon aus, um für eine gewisse Verwirrung zu sorgen. Mit Zweien wird es noch komplizierter.

Die Erste hat dabei die japanische Einteilung in Grades übernommen. Diese Grades sind mit Buchstaben gekennzeichnet. B ist dabei die qualitativ geringste Abstufung, dann folgen aufsteigend A, S, SS und SSS. Früher gab es auch noch die Abstufungen D und C, welche aber heute keine Bedeutung mehr besitzen. Einige Züchter geben mittlerweile sogar die Stufe SSSS+ an, was aber eigentlich nicht zu den ursprünglichen Grades gehört.

In der Anfangszeit der Red Bee Garnelen in Deutschland gab es eine Unklarheit über die Anwendung dieser Grades. Daraus resultierte die Entwicklung einer neuen Klassifizierung. Die Gebrüder Logemann schufen eine eigene Einteilung. Hier wurden die Zeichnungen nach der Höhe des Weißanteils in verschiedene K-Klassen eingeteilt. Die niedrigste Stufe ist hierbei die K0 - wobei auch hier schon ein sehr geringer Weißanteil vorhanden ist. Dann steigert sich die Klassifizierung in Zweierschritten bis zur K14 hoch.

Mittlerweile gehen allerdings viele der Garnelenhalter dazu über die ganzen Klassifizierungen außen vor zu lassen. Die einzelnen Zeichnungsmuster haben eigenständige Namen bekommen. Das fängt an mit der Dreiband-Garnele und geht bis zur Snowwhite. Diese Bezeichnungen haben auch immer einen Bezug zum Zeichnungsmuster, auch wenn der sich einem nicht immer erschließt. Die Bezeichnung Mosura z.B. ist für einen Europäer in den meisten Fällen wohl eher nichtssagend.

Auflistungen und Erklärungen der Zeichnungsmuster gibt es in ausgezeichneter Form bereits auf anderen Seiten. Einige davon sind hier verlinkt, damit man sich auch ein Bild von den Bezeichnungen machen kann:

Eine Übersicht welche K-Klasse mit welchem Grade und welcher Bezeichnung vergleichbar ist gab es bisher aber noch nicht. Redaktionsmitglied Matthias hat dies allerdings mal zusammengefasst:

 KlasseGrade
Beschreibung
 K0 C CR viel Rotanteil, fast kein Weiß
 K2 B CR wenig weiß
 K4 A Drei-/Vierbandgarnele
 K6 S Tigertooth/V-Band
 K8 S Hinomaru
 K10 SS Doppelhino (No Entry-Sign), Halfmoon
 K12 SSS Mosura
 K14 SSS Mosura mit besonderer Kopfzeichnung (Crown, Heart, Lightning)

 

 

Zusätzlich möchte ich noch etwas bemerken, was mir in Hinblick auf die Bienengarnelen merkwürdig vorkommt. Die Bienengarnelen gehören zu den verbreitesten Garnelenarten in der Aquaristik. Trotzdem ist es immer noch nicht gelungen, diese eindeutig einer wissenschaftlich beschriebenen Art zuzuordnen. Im wissenschaftlichen Namen ist immer noch ein cf. enthalten. Teilweise wurden von renommierten Wissenschaftlern aus Asien die Tiere völlig unterschiedlich zugeordnet. Von einem Wissenschaftler wurde die rote Bienengarnele einer anderen Art zugeordnet als die Normalfarbige.
Kurzum dort sind noch viele Fragen offen. Warum gibt es keine klare Zuordnung? Wo stammt die Bienengarnele wirklich her? Ist die rote Bienengarnele wirklich eine Mutation der normalfarbigen? Ist diese von Herrn Suzuki herausgezüchtet worden? Oder ist es so, wie jetzt ein anderer Züchter behauptet, dass er bereits rote Bienen 1989 aus Hongkong importiert hat? Es existieren auch in Japan viele verschiedene Aussagen. Was ist davon wahr?
Es ist und bleibt vieles unklar.

Weitere Infos finden Sie dabei in unseren PDF-Datenblättern:

 Red Bee

 
CMS von artmedic webdesign